Huskytour in Lappland

Auf dieser Wintertour haben wir zur Abwechslung mal größtenteils "nur rumgestanden" und ein paar enthusiastische Vierbeiner für uns laufen lassen: Bei herrlichstem Winterwetter, mit viel Sonnenschein und eisigen Temperaturen um die -25°C, sind wir im März 2013 fünf Tage lang mit dem Hundeschlitten durch die finnischen Wälder und über riesige zugefrorene Seen gefahren. Mit lautem Gebelle und wilden Sprüngen freuten sich die Tiere jeden Morgen aufs Neue darauf, endlich losrennen zu dürfen. Bei Tiefschnee - und um zwischendurch wieder warm zu werden - mussten wir aber auch immer wieder mitlaufen und die Hunde unterstützen. Eine wunderbare Art, den lappländischen Winter zu genießen!

Streckenprofil

Daten

Länge: 5 Tage
Beste Reisezeit: Februar - Anfang April
Übernachtung: Rustikale Wildnishütten (Selbstversorgung)
Anreise: Flug nach Kittilä, Shuttle nach Äkäslompolo

Eine Hundeschlittentour durch die Weiten Lapplands ist ein ganz besonderes Erlebnis und wir können es jedem Nordlandfreund nur wärmstens (obwohl dieses Wort hier eher fremd ist :-)) empfehlen. Da wir oft gefragt wurden, ob man für eine solche Tour spezielle Ausrüstung benötigt, geben wir dir hier einen kleinen Überblick. Genaue Infos zur benötigten Ausrüstung und Bekleidung erhältst du vom jeweiligen Anbieter bzw. deinem Tourenguide. Das Wichtigste vorweg: den Großteil der benötigten Ausrüstung und Bekleidung kannst du oft direkt beim Veranstalter leihen und brauchst dir nicht selbst anzuschaffen. Je autarker die geplante Tour, desto länger wird in der Regel auch die eigenen Packliste.

 

Was ziehe ich an?

Im Gegensatz zu Backcountry-Skitouren oder Schneeschuhwanderungen, sind Hundeschlittentouren meistens mit deutlich weniger Bewegung verbunden, da die Hunde den größten Part der Arbeit übernehmen und du zudem dein Gepäck nicht selbst zu tragen brauchst. In bergigem Gelände oder bei starken Tiefschnee musst du natürlich auch mal mitlaufen und die Tieren unterstützen, aber in ebenem Geläde wirst du ganz komfortabel auf den Kufen durch die Winterlandschaft gezogen und kannst die herrliche Stimmung genießen. Das bedeutet jedoch auch, dass dir in den passiveren Momenten schneller kalt wird und du entsprechend wärmere Kleidung benötigst. Vor allem wenn noch starker Wind aufkommt und das Gespann über windungeschützte Flächen, wie riesige zugefrorene Seenplatten, läuft, wird es schnell beißend kalt.

Viele Tourenanbieter verleihen mollig warme Polar-Overalls, dicke Fäustlinge und passende Boots. Letztere sollten am besten ein bis zwei Nummern größer gewählt werden, damit sie auch mit dicken Wollsocken passen und etwas Raum um die Zehen bleibt, in dem Wärme entstehen kann. Packe lieber ein paar Socken extra ein, denn die Zehen werden schnell kalt beim Stillstehen auf dem Schlitten. Mehrere zusätzliche Bekleidungsschichten ermöglichen es dir grundsätzlich, je nach Wetterlage flexibel morgens noch eine Isolationsschicht mehr anzuziehen. Das Schichtprinzip gilt auch für die Handschuhe, denn beim Halten des Schlittens werden die Hände schnell steif vor Kälte (bewege am besten regelmäßig deine Finger); Auch wenn du - zum Beispiel beim Einspannen der Hunde - mehr Fingerspitzengefühl benötigst, sind ein zweites Paar Fingerhandschuhe unter den dicken Fäustlingen Gold wert. Lange Funktionsunterwäsche, z. B. aus Merinowolle, und darüber ein bis zwei Lagen aus Stretchfleece oder Wolle am Körper haben sich für uns bewährt. Als äußerste Bekleidungsschicht kannst du entweder einen winddichten und gefütterten Overall (i. d. R. vom Tourenanbieter) oder eine dicke Daunenjacke und eine ebenfalls winddichte, wattierte und robuste Winterhose tragen. Dazu gibt es ein paar schicke Winteraccessoires: eine Sturmhaube schützt dein Gesicht bei bissigem Wind, ein Schlauchtuch (z. B. Buff Polar) funktioniert auch, und natürlich darf eine warme Mütze nicht fehlen. Besonders angenehm ist es, wenn die Mütze vor allem im Stirnbereich winddicht ist; Oder du wählst eine stilechte Trappermütze mit Ohrenklappen und sattem Futter :)

 

Was gehört noch ins Gepäck?

Ob Zeltübernachtung oder Wildnishütte - wenn du nach einem langen Tag im Schnee abends die Hunde und dich selbst versorgst, ist eine gute Stirnlampe unverzichtbar. Bei längeren Etappen und in der frühen Winterdämmerung wirst du diese vielleicht auch auf dem Hundeschlitten brauchen. Damit die Akkus in der Kälte länger halten, solltest du diese (sowie alle elektrischen Geräte) immer nahe am Körper tragen und Ersatzakkus oder eine Powerbank einpacken (an bedeckten Tagen ist im Winter nicht unbedingt Verlass auf Solarladegeräte). Eine Thermoflasche für den heißen Tee unterwegs und ausreichend Verpflegung gehören ebenfalls auf den Schlitten. Tipp: da Energieriegel schnell steinhart gefrieren, ist die Tagesration ebenfalls gut am Körper aufgehoben. Damit du auch bei starkem Schneetreiben oder gleißendem Licht, wenn die tiefstehende Wintersonne auf Schnee und Eis trifft, eine gute Sicht hast, benötigste du eine Ski- und/oder Gletscherbrille.

Neben Zahnbürste und ggf. persönlichen Medikamenten, gehört im Frühjahr auch eine Sonnencreme in den Kulturbeutel. Hand- und Gesichtscremes sollten bei starken Minusgraden generell nicht wasserbasiert sein.

Die weitere Ausrüstung hängt vor der Art und Länge der Tour ab: Wenn ihr unterwegs im Zelt übernachtet, ist natürlich eine komplette Wintercamping-Ausrüstung inklusive Gas und Winterkocher gefragt. Für die Übernachtung in einfachen Wildnishütten benötigst du einen warmen Winterschlafsack und eine Isomatte als Unterlage auf den Holzpritschen; Andere Hütten sind bereits mit Bettzeug und Matratzen sowie rustikalen Küchen mit Gaskochern ausgestatten, dann ist ggf. nur ein Hüttenschlafsack nötig. Wer es besonders komfortabel haben möchte, bucht eine Tour mit Übernachtungen in vollausgestatteten Lodges und lässt sich dort rundum verpflegen.

 

Auf deinem Schlitten führst du außerdem die Verpflegung und Ausrüstung für deine Vierbeiner mit. Um alles Weitere, wie Erste Hilfe Ausrüstung, Schneeschaufel und Navigation etc. kümmert sich in der Regel der Guide. Dies ist wie gesagt nur ein kleiner Einblick, basierend auf unseren persönlichen Erfahrungen. Wenn du eine Hundeschlittentour buchst, wirst du alle wichtigen Infos für deine individuelle Tour von deinem Guide erhalten. - Es lohnt sich :-)

Impressionen