Wintertour auf dem Nördlichen Kungsleden – März 2015

Nachdem wir 2012 den nördlichen Abschnitt des Kungsledens, von Abisko nach Nikkaluokta, bereits im Herbst gewandert sind, packte uns die Neugierde auf eine Wintertour. Und so kam es, dass wir im März 2015 zurückkehrten, um die gleiche Strecke noch einmal auf unseren Backcountry-Skiern zurückzulegen. Diesmal lagen die Berge und Täler alle unter einer dicken Schneedecke begraben und die bekannten Gewässer waren zugefroren. So entstand ein völlig anderer - und mindestens genauso schöner - Eindruck von dieser faszinierenden Landschaft.

Streckenprofil

  1. Abisko - Abiskojaure (15 km)
  2. Abiskojaure - Alesjaure (22 km)
  3. Alesjaure - Tjäktja (13 km)
  4. Tjäktja - Sälka (14 km)
  5. Sälka - Singi (12 km)
  6. Singi - Kebnekaise Fjällstation (14 km)
  7. Kebnekaise Fjällstation - Nikkaluokta (19 km)

Im Winter ist die Strecke insgesamt etwas kürzer als im Sommer, da über die zugefroreren Gewässer abgekürzt werden kann.

Daten

Länge: 7 Tage (+ Reservetag)
Beste Reisezeit:

Februar - Anfang April

(für Hüttentouren die STF Öffnungszeiten beachten)

Übernachtung: Hütten und/oder Zelt
Anreise:

Abisko: Zug von Stockholm oder Kiruna

Nikkaluokta: Busverbindung nach Kiruna

Tipps:

  • Im Winter ändert sich das Wetter in den Bergen sehr schnell. Zwar ist dieser Teil des Kungsledens im Winter gut markiert, jedoch kann die Sicht bei Schneesturm äußerst schlecht werden. Daher empfehlen wir, einen Schlechtwetter-Reservetag einzuplanen.

  • Zelten im Winter ist ein tolles Erlebnis! Falls du dich dennoch zwischendurch mal aufwärmen möchtest: In Abiskojaure, Alesjaure und Sälka gibt es eine Sauna, die auch von Zeltgäste für einen kleinen Betrag genutzt werden kann.

Winter im Fjäll: die Abhängigkeit vom Wetter

Die ersten beiden Tage unserer Tour haben wir bei zwar eisigen Temperaturen, aber überwiegend sonnigem Winterwetter zurückgelegt. Perfekte Konditionen zum Skilaufen.

Am zweiten Abend der Touren, während wir in Alesjaure ankamen, braute sich dann ein ungemütlicher Sturm zusammen. Wir warteten einen Tag in komplettem Whiteout auf der Hütte ab und brachen tags darauf doch in Richtung Tjäktja auf. Vormittags war es zwar stürmisch, jedoch konnten wir die Strecke problemlos erkennen. Nach zwei Stunden wurde die Sicht dann zunehmend schlechter und wir kämpften uns nachmittags in kräftigem Schnee gegen den eisig peitschenden Sturm den Weg zur Tjäktja-Hütte hoch. Durch das ungemütliche Wetter machten wir kaum Pausen und erreichten schon früh die kleine Tjätja-Hütte. Abends wurde das Schneegestöber so heftig, dass man nicht mal mehr das Klohäuschen erkennen konnte, obwohl dieses praktisch genau gegenüber der Hütte liegt.

 

Aber wie in den Bergen überlich, änderte sich das Wetter genauso schnell wieder, und zwei Tage später waren wir bei strahlender Wintersonne und milden Temperaturen in Sälka und genossen abends die heiße Sauna mit Blick auf die weißen Berge. Eine völlig andere Stimmung, das Fjäll wirkte nun ganz friedlich und sanft gestimmt.

 

Die Strecke nach Singi war ebenfalls wieder von starkem Wind geprägt. Sobald wir aber in Richtung Kebnekaise abgebogen und zunehmend an Höhe verloren, stiegen die Temperaturen wieder, der Ausblick ins Tal klarte auf und der Schnee glitzerte in der durchbrechenden Sonne unter unseren Skiern...

 

Es kommt, wie es kommt. - Aber es wird auf jeden Fall einzigartig.

Ohne Frage sind die sonnigen Tage, in denen der Schnee unter den Skiern dahin gleitet und wie ein Meer aus glitzernden Kristallen in der Sonne funkelt der Traum einer jeden Skitour. In völliger Stille kann man dann die Berglandschaft und Weite genießen und jede Kontour genau betrachten. Es macht riesigen Spaß schwungvoll die Hänge hinunter zu sausen und dabei problemlos alle Unebenheiten im Schnee im Voraus zu erkennen.

Aber auch einen Schneesturm im Fjäll zu erleben, ist ein Abenteuer und hat seinen besonderen Reiz. Plötzlich ist absoluter Fokus gefragt: der Weg darf nicht aus den Augen verloren werden und im Extremfall muss ohne Sicht mit GPS oder Kompass navigiert werden. Der Wind kann eine ungeheure Kraft aufbringen und wirbelt den Schnee wild durch die Luft, während die gesamte Kulisse in einem eintönigen Grau-Weiß versinkt. Manchmal geht es überraschend bergab, ohne dass man die Senke zuvor erkennen konnte. Fokus, also.

Und zwischen diesen Extremen warten unzählige weitere Facetten des Fjälls... Jeder Tag wird anders erlebt. Und so kann man die gleichen Gebiete oft viele Male besuchen und doch ist Eindruck jedesmal vollkommen anders. Abhängig vom Wetter, den Jahreszeiten, Gegegnungen oder der persönlicher Stimmung.

 

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