Auf der Hardangervidda im Winter

Backcountry-Skitour auf der östlichen Hardangervidda in Norwegen. Die Hochebene ist durch ihre exponierte Lage für wechselhaftes und im Winter oft stürmisches Wetter berüchtigt. So trainierten schon Polarforscher wie Roald Amundsen hier für ihre Arktis- und Antarktis-Abenteuer. Auch wir durften während dieser Tour die herausfordende Erfahrung machen, bei Sturmstärken von 25 m/s (90 km/h) unser Zelt in Eis und Schnee auf dem ungeschützen Hochplateu aufzubauen. - Ich sage nur: lasst bloß kein Teil los!

 

Ausgangspunkt für diese Tour ist der Ort Ustaoset, Endpunkt die kleine Siedlung Finse mit dem höchgelegenen Bahnhof Nordeuropas. Beide Orte sind mit der norwegischen Bergbahn verbunden, sodass die An- und Abreise ganz unkompliziert ist.

 

Die Strecke ist bei guten Wetterverhältnissen in 4 Tagen gut zu schaffen. Aufgrund des unberechenbaren Wetters auf der Hardangervidda lohnt es sich aber, im Winter mindestens einen Reserve- oder Pausentag für schlechtes Wetter einzuplanen. Wenn die Zeit dennoch knapp wird, kannst du auch direkt von Kraekkja nach Finse laufen und den Schlenker über Kjeldebu auslassen. Die letzte Etappe bis nach Finse ist relativ lang dafür aber umso schöner: Sie führt vorbei am Gletschergebiet um den Hardangerjøkulen und endet mit einer schönen Abfahrt hinuter nach Finse (1222 m). Mit dem nötigen Know-How und der passenden Ausrüstung, kann auch eine Erkundung des Plateugletschers eingeplant werden. Die Tour bietet also verschiedene Möglichkeiten, so dass du sie deinem Zeitplan und deiner Wintererfahrung entsprechend anpassen kannst.

Streckenprofil

  1. Ustaoset - Tuva (7 km)
  2. Tuva - Heinseter (12 km)
  3. Heinseter - Fagerheim - Kraekkja (17 km)
  4. Kraekkja - Kjeldebu (15 km)
  5. Kjeldebu - Finse (26,5 km)

Wer die Tour verkürzen möchte, kann alternativ direkt von Kraekkja nach Finse (ca. 26 km) laufen.

 

Die Tour kann flexible von Ustaoset nach Finse oder andersherum von Finse nach Ustaoset gelaufen werden. In letzterem Fall beginnt sie mit einem längeren Aufstieg vom Bergbahnhof Finse zum Gletscherplateau. Plane hierfür ausreichend Zeit ein und starte nicht zu spät am Tag.

Daten

Länge: 4-5 Tage (+ Reservetag)
Beste Reisezeit: Februar - April (für Wintertouren)
Übernachtung: Zelt und/oder Hütten
Anreise:

nach Geilo oder Ustaoset per Auto oder Zug

von Finse mit der Bergbahn zurück nach Geilo oder Ustaoset

Tipps:

  • Während die Hardangervidda in der Zeit um Ostern stärker frequentiert ist, eignet sich die Zeit von Februar bis Anfang März für einsamere und autarke Wintertouren. Jedoch sind die DNT Hütten i. d. R. zu dieser Zeit noch geschlossen, was bei der Planung beachtet werden muss.

  • Da die letzte Etappe nach Finse recht lang ist, kann man diese früh im Jahr, wenn die Tage noch kürzer sind, auch gut aufteilen und zwischendrin zelten.
  • Viele DNT-Hütten sind in der Zeit um Ostern bewirtschaftet und einige bieten auch Abendessen an. Wenn du nicht zelten möchtest, checke die Hüttenöffnungszeiten auf der Seite des DNT.